Unser Essen : Verstrahlt und geklont ?

Es gab Zeiten, da durfte man noch von Lebensmitteln sprechen, diese gehören immer mehr der Vergangenheit an. In vielen Fällen ist nicht einmal mehr Nahrungsmittel ein zutreffender Begriff, Futter würde es eher treffen. Was mit unseren Nahrungsmitteln getrieben wird, ist mehr als erschreckend. Zwei aktuelle Themen möchte ich hier hervorheben und versuchen Ihre Sinne ein wenig zu schärfen. Sie haben die Wahl und Sie sollten auch wählen.


Beginnen wir mit der Anhebung der Grenzwerte für Radioaktivität in Nahrungsmitteln. Seit Samstag wurden diese relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit erheblich angehoben. Bei normalen Nahrungsmitteln wurde die Maximalbelastung für Cäsium-134 und Cäsium-137 von 600 Becquerel auf 1250 Becquerel angehoben und somit mehr als verdoppelt. Bei Milcherzeugnissen hat es fast eine Verdreifachung gegeben. Dort sind nun statt 370 Becquerel 1000 Becquerel erlaubt.

Dieses sind die Höchstgrenzen welche damals wegen der Tschernobyl-Katastrophe festgelegt wurden und nun, da der atomare Notstand verhängt wurde, greifen diese wieder. Gesundheitlich soll es angeblich nicht schaden, wobei dann die Frage bleibt, wozu die üblicherweise sehr viel niedrigeren Grenzwerte?

Hier einige Zeilen aus Foodwatch:

Kein nuklearer Notstand in Europa

Hintergrund für die Anhebung ist die nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1987 erlassene EU-Verordnung 3954/1987. Demnach können im Falle eines „nuklearen Notstandes“ die Höchstgrenzen für die zulässige radioaktive Belastung von Lebensmitteln angehoben werden, um einer Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. Jedoch gibt es in Europa weder einen nuklearen Notstand, noch Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln. Dafür sind die Importe aus Japan viel zu unbedeutend. Die Anhebung der Grenzwerte ist demnach völlig unverständlich. Der richtige Schritt, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, wäre ein kompletter Importstopp. Dieser ist gemäß Artikel 53 Absatz (1) Ziffer b) i) der für den gesundheitlichen Verbraucherschutz maßgeblichen EU-Verordnung 178/2002 möglich.[1]

Die Menschen sind schon ausreichend verwirrt, da niemand eigentlich korrekt informiert. Mal wird von Millionenfacher Strahlung gesprochen, und kurz danach wieder verneint. Mal gibt es den Super-Gau, dann wieder nicht. Die Presse springt auf jeden Horror-Schnellzug auf, geht es doch darum Leserzahlen zu generieren, eine sachliche Reflektion = Fehlanzeige. Es wird von einer Strahlenwolke geschrieben, die den ganzen Planeten überzieht und irgendwo in einem zweizeiler wird geschrieben, dass die Konzentration jedoch völlig ungefährlich ist. Plutonium, kein Plutonium und dann doch wieder Plutonium. Das Medienkarussel dreht auf Hochtouren und ich möchte dieses als absolut VERANTWORTUNGSLOS bezeichnen. Auch seitens unserer Regierung wird nichts unternommen um der Panikmache entgegen zu wirken, was abermals die Unfähigkeit selbiger offenbart.

Ihnen meine lieben Leser möchte ich ans Herz legen mit Gelassenheit an die Situation zu gehen, denn Ihr persönlicher Einfluss auf diese Situation ist eher marginal und daher bringt Panik Sie keinen Meter weiter. So schrecklich das Ganze ist, auch Tschernobyl haben wir überlebt und das war sehr viel näher an uns dran.

Nun zum zweiten Thema der Überschrift, dem Klonfleisch.

Du bist was du isst heißt es so schön im Volksmund. Was mit unseren Nahrungsmitteln veranstaltet wird, spottet jeder Beschreibung. Es wird geklebt, gefälscht und geklont, bis der Arzt kommt. Fast könnte man meinen, die Menschen sind die größte Giftmüll Aufbereitungsanlage der Welt. Profite und Konsumentenverhalten sind die Ursache für diesen Wahn. Alles muss perfekt aussehen, immer gleich schmecken, billig sein und dem Erzeuger trotzdem die Gewinne in die Taschen spülen, fällt Ihnen etwas auf? Jedes Mal wenn Sie einkaufen, haben Sie die Wahl. Doch nun zum Thema:

In Brüssel sollte eine EU-Regelung für ein Verkaufsverbot und eine Kennzeichnung bei der Vermarktung von Klonfleisch geschaffen werden, jedoch ist die Verhandlung nach einem elfstündigem Gespräch gescheitert. Zu groß scheint der Einfluss der Lobbyisten in Brüssel zu sein. Einige Zeilen aus der Tagesschau zum Thema:

Steaks, Schnitzel und Käse von Klontiernachkommen landen weiter bei den Verbrauchern, ohne dass diese davon erfahren – es gibt dafür keine Zulassungspflicht. Eine Gewähr für klonfreies Fleisch dürften am ehesten anerkannte Bio-Siegel sein.

Keine verlässlichen Daten

Klonen ist in der EU erlaubt. Geklonte Tiere selbst werden in der EU nicht zu Lebensmitteln verarbeitet. Es kann jedoch sein, dass sich Produkte von Klontiernachfahren, die mit Bullensperma aus den USA oder Lateinamerika gezeugt wurden, im Handel befinden. Genaue Zahlen gibt es nicht.[2]

Nichts genaues weiß man und nichts genaues will man offensichtlich wissen. Da bleibt mir nur Ihnen einen guten Appetit zu wünschen. Welche Perversion in der Nahrungskette innewohnt, dürfte nicht erst seit den Gammelfleisch- oder Dioxin Skandalen bekannt sein.

Was damals noch als Komikklassiker über die Bildschirme flackerte, ist Heute bittere Realität. Brust oder Keule?

Carpe diem und danke an Christian für den Link zu Foodwatch

[1] http://foodwatch.de/kampagnen__themen/radioaktivitaet/lebensmittel_importe/index_ger.html
[2] http://www.tagesschau.de/ausland/klonfleisch118.html

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77 Responses to Unser Essen : Verstrahlt und geklont ?

  1. kopenhagen sagt:

    gibts denn bei all den problemen (ich nenn´es mal so; riesenschweinerei trifft es wohl eher), die hier genannt werden, auch lösungsvorschläge? eine neue regierung? einen bürgerkrieg? vielleicht gibt es einfach zu viele menschen, mit zu vielen verschiedenen ansichten und jeder denkt nur an sich?

    wie ich es auch drehe und wende: ich finde keine lösung. ich habe kein grundstück, mit eigenen häuschen mit einem gärtlein davor, um mir mein obst und gemüse selbst anzubauen. ich habe auch kein stall mit hühnern, schafen oder ziegen. wenn ich mich selbst versorgen müsste, um genau zu wissen, woher mein essen stammt (nämlich von mir!), dann wäre das ein full-time-job; da bin ich den ganzen tag mit beschäftigt. wer verdient dann das geld? brauch ich dann noch geld? nein, ich bin auf de supermarkt angewiesen. wieviel geld gebt ihr denn in der woche für nahrung aus? da gibt es bei den franzosen so eine redewendung: die deutschen fahren mit dem benz zu mcdoof und die franzosen fahren mit dem clio ins 5sterne restaurant.

    ich kann mir überhaupt nicht erklären, wie man auf die idee kommen kann, klonnahrung nicht zu kennzeichnen. es sollte auf jeder verpackung, genau stehen, was drin ist und dann kann jeder selbst entscheiden!

    “frisst du scheiße, bist du scheiße!”

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