Die eigenartige Melodie des Lebens

Wir Menschen Leben in die Tage hinein, als wäre das Leben unendlich und viele dieser Tage werden zum Teil auch einfach mit völlig banalen Dingen totgeschlagen. Treffen wir uns liebe Menschen, verabschiedet man sich zum Teil hastig oder lieblos, ohne die Möglichkeit einzuplanen, dass man sich in dieser Form nie wieder sieht. Prioritäten werden zum Teil falsch gelegt und das Leben spielt nun mal seine völlig eigene Melodie.


Warum wir Menschen zum Teil so denken, lässt sich nur spekulieren. Manches Mal sollte man seine Einstellung in solchen Fällen jedoch überprüfen, besonders wenn es um Menschen geht, die uns sehr wichtig sind.

Jeder Tag in unserem Leben ist etwas besonderes, wenn wir Ihn nur Leben. Warum schlagen wir zum Teil soviel Tage einfach nur Tot? Warum haben wir so wenig Achtung vor dem Leben? Das sind Fragen die man sich ruhig stellen darf und auch sollte.

In meinem Fall kann ich sagen, dass ich die Möglichkeit durchaus eingeplant hatte, dass irgendwann eintritt und so ist es nun auch geschehen.

Trotzallem trifft es einen wie ein Blitz und die Fragen bleiben doch. Von einem Augenblick zum Anderen erscheint nichts mehr wie es war. Noch vor 4 Wochen traf ich meinen Vater, der trotz seiner 69 Jahre einen Messerscharfen Verstand hatte und auch sonst körperlich eigentlich sehr fit war. Wie immer unterwegs mit seinem rüstigen Schwung. Vor 3 Tagen erreichte mich Abends der Anruf, er liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus, zuerst kehrte einfach eine Leere in mich ein. Ich kannte aus dem Bekanntenkreis die Folgen, welche dort auftreten können und neben dieser echte Leere bekam ich Furcht vor dem, was mich erwarten würde. Es begann eine Zeit des Wartens und einer inneren Trauer.

Am nächsten Tag durfte ich in die Neurologie wo er in der Stroke Unit lag. Der sonst so selbstbewusste Mann war sehr stark gezeichnet. Er versuchte mir etwas zu sagen und doch ließ sein Mund die Worte nicht frei. Seine Augen blickten mich verzweifelt an, denn er merkte das natürlich selbst. Tiefe Traurigkeit beschreibt am besten, welches Gefühl ich in dem Augenblick hatte. Dieser Mann der dort liegt ist ein Teil meiner Geschichte, meines Lebens. Wann immer mich Sorgen oder Nöte plagen würden, so könnte ich mit Ihm darüber reden. Er würde bestimmt eine Lösung wissen. Auf einmal war die Situation auf den Kopf gestellt, eine wirklich seltsame Entwicklung, die kein besonders schönes Gefühl hinterlässt.

Einen Tag später war ich wieder im Krankenhaus und er bekam zumindest einfache Sätze heraus, was bei mir Freude auslöste, denn zumindest ist seine Motorik nicht stark angegriffen worden, da er recht schnell ins Krankenhaus kam.

Ich machte mit Ihm einfache Tests um zu sehen wie es um seine Erinnerung steht und er selbst sagte mir immer, ich habe da eine Wand im Gehirn, ich komme dort nicht durch. Es ist wirklich kein sehr schönes Gefühl zu sehen wie ein derart selbstständiger Mensch von einem Augenblick zum Nächsten nicht mehr der Selbe ist. Man spürt, wie ein Teil der eigenen Geschichte und Vergangenheit verloren gegangen ist.

Dem Leben sollte man immer den nötigen Respekt erübrigen und niemals davon ausgehen, dass man morgen noch das sagen kann, was heute richtig gewesen wäre. Meine Priorität liegt im Augenblick klar bei meinem Vater und daher werde ich auch weniger schreiben als üblich, aber in diesen Tagen braucht er mich am meisten und daher werde ich so oft ich kann bei Ihm sein.

Carpe diem

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38 Responses to Die eigenartige Melodie des Lebens

  1. ginsterburg sagt:

    sorry falscher tread :(

  2. tom sagt:

    hallo cheffe, lieber jens,

    auch möchte mich von ganzem herzen den vorangegangen genesungswünschen für deinen dad anschließen und wünsche dir und deiner familie viel kraft und deinem vater nur das allerbeste.

    lg tom

  3. schaumschlag sagt:

    es tut mir sehr leid für dich cheffe und doch hätte ich eine kleine bitte : wenn man schon zwischen gross und kleinschreibung unterschiedet und scheinbar auch wert darauf legt, dann beherzige doch bitte deren regeln. das erwarte ich von einem redakteur.

    vielen dank im voraus
    ein besorgter leser

  4. Irmonen sagt:

    @ 24 Helmut und davor

    Grüß Gott Helmut.
    (werde das düddeutsche Begrüßungswort noch öfter verwenden, jetzt da es in den Stuttgarter Voklsschulen, wegen der empfindlichen Muslim-Frommen verboten wurde, ein frommer alter Gruß, könnte ja beleidigen….)

    also bist noch nicht so lange da, denn wie Ginsterburg sagte gibt es da ab und an so kleine Tücken des Systems, dir noch unbekannt, zwar lästig doch händelbar.
    Außer jemand entgleist wirklich sehr dann greift cheffe schon mal ein. Ein bißchen Kommunikations-Kultur muß dann doch sein.

  5. Sarina sagt:

    Cheffe ich hoffe es geht Deinem Vater bald wieder besser und er kommt zu voller Gesundheit zurück. Alles was Du hier tust, basiert sicher auch auf dem Rückhalt Deines Vaters, der Dir so vieles für’s Leben mitgab. Deshalb danke ich auch ihm, dass er Dir diesen Mut und die Stärke durch sein eigenes Leben gezeigt hat, sonst wärst Du nicht jetzt der CHEFFE der Du bist ;-)

    Herzlichst
    Sarina

  6. kaluza klein sagt:

    Cheffe,
    mein tiefster Mitgefühl und beste Genesungswünsche für deinen Vater. Er wird bestimmt wieder gesund, auch wenn vielleicht etwas länger dauern wird.

    Meine Mutter war gesund, sie sollte sich nur eine kleine Operation unterziehen. Sie ist von einem Tag auf dem anderen gestorben. Nur fünf Minuten bevor ich aus Deuschland dort ankam hatte sie diese Welt verlassen. Ich hatte sie so lange nich gesehen gehabt.

  7. KnowSys sagt:

    Deinem Vater und auch Dir alles Gute und viel Glück beim durchstehen dieser üblen Geschichte.

  8. Foerster003 sagt:

    @ Cheffe

    Ich bin in Gedanken bei Dir und Deinem Vater.

    Ein schöner Film, der eine besondere Vater-Sohn-Beziehung beschreibt, heißt BAL (Honig). Dieser Film ist Gewinner des Internationalen Film Festival Berlinale 2010.

    http://www.youtube.com/watch?v=npZ8Eqc-qMY&feature=related

    http://www.youtube.com/watch?v=GKMhvNyNwG4&feature=fvw

  9. gandalf sagt:

    @ 34

    Nach vielen Gesprächen mit Menschen hat man einfach nur das Bedürfnis, einen Hund zu streicheln, einem Affen hochachtungsvoll zuzulächeln oder vor einem Elefanten den Hut zu ziehen…

  10. freechild sagt:

    Danke für deine Offenheit und die so von Herzen geschriebenen Worte.
    So etwas finde ich sehr berührend und auch mutig im öffentlichen Netz.

    Alles, alles erdenklich liebe für dich und deinen Vater und das er schnell wieder wohlauf ist, wünsche ich Deiner Familie von Herzen!!

  11. Evo sagt:

    Hallo Cheffe,

    kann Deine Gedanken und Sorgen in dieser Situation gut nachvollziehen.

    Der Artikel hat mich berührt und das Du auch solche Stimmungen mit Deinen Lesern teilst, zeigt echt das Du Herz hast.

    Alles Liebe für Dich und die Deinen.

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