Wiederstand : Spaniens Rauchverbot

Die Eingriffe der EU in die persönlichen Freiheiten der Bürger werden in Spanien nicht einfach so hingenommen. Dort ist die Bevölkerung nicht derart oberigkeitshörig wie in Deutschland beispielsweise, wo sich Demonstranten in Stuttgart noch eine Bahnsteigkarte ziehen. Ein Funken Hoffnung für die Rechte der Bürger scheint noch zu glimmen.


Wie weit ist es gekommen, wenn eine supranationale Vereinigung über die Freiheit der Bürger entscheidet? Die geselligen Runden in Kneipen haben sich mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen sehr weit ausgedünnt. Dieses zumindest lässt sich dort beobachten wo ich früher gerne hin ging. Sorgenvolle Gesichter der Gastronomen und gelangweilte Gesichter der Verbliebenen sind in der Regel dort an zu treffen, wo früher ein geselliges Treiben herrschte.

Die Grundsatzfrage sollte nicht lauten, darf es Kneipen mit Rauchverbot geben, sondern darf dieses Verbot von einem Nicht-Staat über den gesamten Bereich verhängt werden. Selbstverständlich sollte jedem Bar- oder Kneipenbesitzer freigestellt sein, sein Geschäft entsprechend zu deklarieren und ich bin mir sicher, dass es auch einen solchen Markt braucht.

Werfen wir jetzt einen Blick in die FAZ, wie es in Spanien mit dem noch drastischeren Rauchverbot läuft:

Spanien streitet über das Rauchverbot-Böser Staat, guter Bürger

In Spanien hat das harsche Anti-Raucher-Gesetz der Regierung Zapatero nicht nur zu einigen Protesten, sondern auch zu tiefschürfenden Betrachtungen über den Menschen an sich geführt – vor allem über dessen Gängelung durch den Staat.
[...]
Eine linke Regierung beschneidet die Freiheit

Das Inkrafttreten des neuen Gesetzes wurde zunächst allerdings mit verblüffender Demut hingenommen. Doch nachdem die erste Lähmung abgeklungen ist, regt sich hier und da Widerspruch, und manche markige Geste schafft es sogar bis in die Nachrichten, etwa die Aktion eines trotzigen Gastronomen in Marbella, der sein Restaurant als „Privatgeschäft“ bezeichnete, zwei Schilder an die Tür hängte – hier werde das neue Gesetz nicht beachtet – und dem Staat zu trotzen gedenkt.
[...]
Der Staat als reglementierende, tief in das Privatleben der Menschen eingreifende Macht war den Spaniern schon immer suspekt, allein deswegen, weil der Staat in der spanischen Geschichte selten achtenswert oder vertrauenswürdig war.[1]

Streng nach orwellscher Manier sollen sich die Spanier auch gleich gegenseitig anzeigen bei Verstößen, allerdings hat hier der Staat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch Nichtraucher sollten sich die Frage stellen, wohin ein solches Verhalten führt. Ein Teil Deutschlands kann sich noch gut an solche Dinge erinnern, wo man mitunter seinen besten Freunden nicht trauen konnte.

Der Staat soll eine regulierende Wirkung aber keine absolutistische haben. Wie obrigkeitshörig das in Deutschland umgesetzt wird, sorgt schon für eine gewisse Beängstigung.

Carpe diem

[1] http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E70E6FD89D8D04B13A58CFACA9A4C7BC2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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49 Responses to Wiederstand : Spaniens Rauchverbot

  1. Wachtraum sagt:

    Sowas gabs nicht mal zu francos zeiten.

  2. malzeichen sagt:

    Naja, wenn man bedenket, das man Menschen deren ihre Gesundheit nicht viel wert ist und nichts schlimmes am Saufen finden oder durch Rauchen ihre gesellschaftliche Anerkennung “aufbessern möchten”, ich aber durch meine Krankenkassenbeiträgen diese Krankheitsfolgen (der Säufer und Raucher) am Ende ja mitbezahle, dann halte ich das Rauchverbot als eine gesellschaftliche Verantwortlichkeit denen gegenüber, die für eine solche Spaßgesellschaft nicht extra draufzahlen möchten.

  3. malzeichen sagt:

    Desweiteren distanziere ich mich von der EU-Diktatur

  4. Newsticker2012 sagt:

    @malzeichen

    was ist mit denen die beim arzt sind,m denen man sagt sie müssen unbedingt weniger fett zu sich nehmen, akutes übergewicht haben und trotzdem einen burger nach dem anderen verschlingen und dann um eine kur bitten ???

    Fressverbot ???

  5. Arne Will sagt:

    Ja malzeichen, dein Argument zieht, wie cheffe schon sagte, garnicht. Du bezahlst auch für die Opfer des Rauchens in der Öffentlichkeit und zu Hause. Und für die Trinker und die Fettsüchtigen und alle anderen Süchtigen und die Sportler und Arbeitnehmer und einfach so Kranken.

  6. ginsterburg sagt:

    genau genommen bezahlen wir geld ein, welches dann für irgendwas verwendet wird und man sagt uns, es wäre für die kranken.

    würde man kranken tatsächlich helfen wollen, dann würde man in der natur paar kräuter sammeln gehen und nen tee kochen und sich ne std zeit nehmen und sich mal das eigentliche problem des kranken anhören. dazu bedarf es allerdings einer intakten natur und dem willen, mitgefühl aufbringen zu wollen und nicht den willen möglichst viel an allem zu profitieren und das dann noch in materieller hinsicht.

    also so gesehen, ist das *rauchverbot* und die burgersteuer nur murks um zu schlimmverbessern, was man vorher verbockt hat ;)

  7. MCExorzist sagt:

    @2: Deine hirngewaschenes Argument kann ich wirklich nicht bestätigen!

    Bei mir auf der Arbeit sind im Durchschnitt die Nichtraucher häufiger Krank als die Raucher (logisch, ist nicht überall so). Zudem sollen doch angeblich die Nichtraucher gesünder und länger leben, bedeutet doch auch das sie länger Rentenbeiträge beziehen!

  8. tomtom.munich sagt:

    für mich is die weltweite Thematik “Rauchverbot hier, Rauchverbot da” nichts anderes als ein riesiger Testlauf, wie weit sich Otto Normalo gängeln und bevormunden lässt.

    Und so ganz nebenbei hats für die Bevormunder noch den positiven Aspekt, den kleinen Mann/Frau im gemeinsamen Miteinander wieder ein Stückchen zu spalten.

  9. KnowSys sagt:

    Wir bezahlen sowieso alles und für jeden,nur WIR Zahler haben nix davon,ausser immer mehr Ärger.Aber es wird auch die Zeit kommen,hoffe ich,das auch der gemeine Deutsche merkt,das mit Vogel Strauss Taktik nix zu erreichen ist.Man kann nur hoffen,das es nicht wieder so lange dauert,wie bei dem dahergelaufenen Pinselschwinger aus Österreich damals!!!(denn die Hoffnung stirbt zuletzt)Liebe Mitbürger der BRDGmbH,haltet es wie mein Freund auf folgendem Bild:
    http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/files/2009/06/bird.jpg

    In diesem Sinne
    Vendetta

  10. daniel sagt:

    Hi, also ich lebe in spanien. das ist ja nicht alles. ende januar soll die tabaksteuer angehoben werden – ende februar erneut. wir werden dann 6 euro für eine packung zahlen. begründung ist das der staat geld braucht. wie gespalten ist das bitte?

    und was das verbot darstellt sieht man an den strafsätzen.

    die reichen von € 25,- – 600.000,-.

    am geilsten ist dann noch das verbot VOR DER TÜR EINER KLINIK zu rauchen.

    und nein … es regt sich eben kein protest.

    es mag einzelfälle geben – aber die spanischen schafe unterscheiden sich kaum mehr von den deutschen.

    wem 6 euro in relation zu frankreiche oder uk ok erscheint: die löhne liegen hier weitaus niedriger. (im schnitt ca € 1000,-)

    gruss daniel

  11. daniel sagt:

    ps: dezember 2010 wurde die tabaksteuer ebenfalls angehoben…

  12. Schwarzblut sagt:

    Mit dem Rauchen ist sowiso so ne Sache für sich…1. bringen Raucher dem Staat eine nicht unbeträchtliche Menge Geld ( Tabaksteuer ) und 2. lach ich mich jedesmal kaputt wie über die ach so bösen Gesundheitsgefärdenden Raucher gehetzt wird und gleichzeitig schieben sich die Menschen mit Medikamente durchsetztes Fleisch, Fast Food etc kiloweise rein. Ich denke Rauchen alleine wäre nicht so gesundheitsschädlich, wenn die Industrie auffhören würde noch irgendwelche Zusatzstoffe in den Tabak zu panschen!

  13. bauagent sagt:

    Die meisten Argumente sind hier bereits ausgetauscht, sodass ich als NICHTRAUCHER zusammenfassen kann:

    1) Der Schutz der Bürger ist eine der wichtigsten
    Aufgaben des Staates; es darf aber nicht soweit gehen, dass die Freiheit jedes Einzelnen in unerträglicher Weise beschnitten wird. Also:
    Rauchverbot ja, jedoch nach individueller Entscheidung jedes Einzelnen. In der Praxis:
    Wer ein Raucherlokal macht, soll es kennzeichnen.
    Wer rauchen will soll rauchen, er muss die gesellschaftlichen Mehrkosten über die Tabaksteuer egalisieren ( tut er ja dicke ).

    2) Ein Gesetz macht nur dann Sinn, wenn alle anderen Möglichkeiten des gesellschaftlichen Zusammenlebens ausgeschöpft sind.

    Die Regulierungswut, die sogar vor unseren Kindergärten nicht Halt macht, hat eine Grenze erreicht, die das Zusammenleben der Menschen entsolidarisiert. So wird Denunziantentum gefördert.

    Wenn am Ende jeder zweite eine Flasche Whiskey täglich in sich hinein kipppt, dann ist nicht der Trinker schuld, sondern die Gesellschaft krank, weil sonst eine so hohe Anzahl Alkoholiker nicht zustande gekommen wäre.

    Das läßt sich auf die meisten Lebenssituationen anwenden und zeigt, dass eine Änderung nötig ist.

  14. Foerster003 sagt:

    Zu dem Thema lasse ich mal einen kleinen Film von ARD Magazin “Report München” für sich sprechen.

    http://www.youtube.com/watch?v=Sbn5wBnnIZM

  15. tomtom.munich sagt:

    @ ko 15, bauagent

    Das unterschreib ich als RAUCHER sofort!

    Dein Kommentar ist genau das, was ich in jeder Diskussion bez. Rauchen bzw. dem sog. Nichtrauerschutz hier in Bayern argumentier(t)e.

    Wir verdanken ja so nem Studenten hier in Bayern das schärfste Nichtraucherschutzgesetz der ganzen BRD GmbH und dieser Typ ist jetzt der Vorsitzende der ÖVP (der totale Witz).

    Allerdings hat er inzwischen in seiner Gegend in so ziemlich jedem Cafe, Gaststätte, Disco, Bierzelt Hausverbot, tja, so und so blöd gelaufen..

    Gruß

    tomtom.munich

  16. der Reisende sagt:

    Die Menschheit raucht, seit es sie gibt!

    Seltsamerweise hat die Menscheit sich ganz gut vermehrt ?

    Die Freiheit hörrt exact da auf, wo die Freiheit eines anderen Anfängt !

    Das heisst, wenn ich rauchen möchte, habe ich darauf zu achten, dass niemand, der nicht mitrauchen will sich daran störrt.

    Umgekehr, wenn ich nicht rauchen möchte (und von den Leuten gibt es mehr, als man glaubt) brauch ich ja nicht in eine Raucherspelunke zu gehen, weils da so gemütlich ist !

    Freiheit für alle bedeutet, achtung vor dem anderen.

    Konsequenterweise gilt das auch für die Bezahlung der Folgen.

    wer sich selbstverschuldet in eine Krankheit begibt, sei es durch rauchen, saufen, bumsen oder fressen oder Stress am Arbeitsplatz, soll gefälligst auch höhere beiträge leisten.

    Von den Leistungen ausschliessen darf man niemanden.

  17. der Reisende sagt:

    Freiheit ist übrigens auch, keine feste E-Mail zu haben.
    Man muss einfach mit den Folgen umgehen können, dass kommentare zuweil mit sehr viel verspätung erscheinen.

    Das ist eben der Preis der Freiheit

  18. Tester sagt:

    @Malzeichen: eine Weisheit fürs leben: Egoistische weltbetrachtung = Dummheit pur. Vor alle wenn es auf völlig hohlen Propaganda basiert, fernab aller Wissenschaft.

    Was wäre dir denn sonst noch genehm? Alle Arbeitslose vergasen damit dein ALG-Beitrag nicht auf unnütze Esser verschwendet wird? Alte und chronisch kranke “euthanisieren” damit “Deine” Beiträge nur für Deinen zukünftigen Bedarf erhalten bleiben?

    Ach, warte mal, das hatten wir doch schon unlängst – schlag mal nach unter “Tiergarten 4″.

    PISA hat leider recht, so was von… traurig.

  19. Tester sagt:

    Übrigens herr/frau Malzeichen, bitte gleich mal um eine vollständige Rückzahlung meiner Tabaksteuer (die ca. 80% vom Endpreis ausmacht). Das sind allei im letzten Jahrzehnt so an die 50000€ die ich dem Staat “geschenkt” habe, OHNE jegliche Gegenleistung. Von dem Geld wir evtl. Deine Straße gebaut oder die Ausbildung Deiner Kinder finanziert!

  20. Vandenberg sagt:

    rauche seit 20jahren.. seit einiger zeit welche “ohne zusatzstoffe”, ab diesem jahr werd ich versuchen eigenen tabak anzubauen… wir sprechen uns in 40 jahren – ich werde nicht am rauchen sterben ;) aber fragt euch mal, was der asbeststaub in der luft (kupplungsabrieb etc..) auslösen kann..
    menschheit rauchte schon immer…und eine positive grundeinstellung hilft wohl bei allem, mh?

  21. Rico sagt:

    malzeichen schrieb:

    “…ich aber durch meine Krankenkassenbeiträgen diese Krankheitsfolgen (der Raucher) am Ende ja mitbezahle …”

    Da täuschst Du Dich, zur Überraschung und zum Ärger vieler Nichtraucher ist dieses Argument durch Studien längst widerlegt worden.
    Raucher sind unterm Strich viel billiger für’s Gesundheitswesen als Nichtraucher, schlicht deswegen weil Raucher früher sterben. Die länger lebenden Nichraucher verursachen dagegen im hohen Alter ganz erhebliche Kosten durch intensiv-medizinische Betreuung.

    Wenn es Dir also nur um die Kosten geht musst Du jedem Raucher dankbar sein da sie Dir wegen ihres früheren Ablebens viel Kosten ersparen.

  22. Body of Evidence sagt:

    Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt !

    von Reinhard Mey

  23. Vandenberg sagt:

    dieses raucher vs nichtraucher ist doch auch nur wieder “teile&herrsche” in perfektion..
    und selbst hier bei IKN fallen die leute drauf rein.. oh mann.

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