EU Bonds : Vorbereitung läuft
Für die Leser, die sich mit Bonds nicht beschäftigen möge kurz erklärt sein, dass es sich um Anleihen handelt. Im Januar soll der nächste Schritt in den monetären Wahnsinn beginnen. Die EFSF oder auch besser bekannt unter dem Namen European Financial Stability Facility, welche im Rahmen der Euro-Krise 2010 geschaffen wurde, entwickelt sich zu der befürchteten Machthydra. Die EU-Staaten garantieren 440 Milliarden Euro und der IWF stockt den Rest auf bis zu 750 Milliarden auf. Das ganze nennt sich dann EU-Rettungsschirm.
Beschäftigen wir uns nun mit den Anleihen, welche über die ESFS ausgegeben werden sollen. Alleine die Tatsache, dass der EU-Rettungsfonds nun Anleihen ausgeben will, sollte jedem ein Runzeln auf die Stirn treiben, wer oder was gibt dieser Gesellschaft dieses Recht?
Würde man einem Insolvenzverwalter das Recht geben Anleihen einer Firma auszugeben, die er gerade verwaltet? Hier wird ein weiterer Schritt getätigt, der gegen alle Regeln verstößt. Die Anleihen sollen mit dem Rating (Bewertung ) AAA – der Bestnote – emittiert werden, wer ist denn dort Bürge um ein solches Rating zu rechtfertigen?
Einige erhellende Zeilen aus Wikipedia dazu:
Um von den Ratingagenturen für die von der EFSF zukünftig eventuell zu begebenden Anleihen die Bestnote – Ratingcode AAA – zu erhalten, garantieren die Euro-Staaten für ein deutlich höheres Kreditvolumen als ursprünglich geplant. Jedes Land der Eurozone haftet bei einzelnen Emissionen für 20 Prozent mehr als es seinem Anteil gemäß EZB-Kapitalschlüssel erbringen müsste, d.h. die Kredite sind zu 120 Prozent abgesichert. Der Grund: Von den 16 Euro-Ländern haben derzeit nur sechs ein AAA-Rating. Ohne die Übersicherung würde eine Durchschnittsbewertung für die Eurozone daher nicht die Bestnote (AAA) ergeben und Kredite würden teurer. So liegt der deutsche Beitrag bei rd. 148 Mrd. Euro und nicht bei den 122 Mrd. Euro, die den deutschen Anteil am EZB-Kapital widerspiegeln.[1]
Sie könnten nun zu Recht sagen, dass es ja noch keine EU-Bonds sind, darum lautet die Überschrift auch EU Bonds : Vorbereitung läuft.
Es ist die Politik der kleinen Schritte. Eine Frechheit nach der Anderen wird hier einfach vollzogen in Schritten, die klein genug sind um die Menschen nicht auf die Barrikaden zu treiben. Wann immer der Staat bürgt, müssen Sie sich klar machen, SIE BÜRGEN!
Mit einer Summe von 17,7 Milliarden Euro klingt das Programm ja auch auf 3 Jahre verteilt nicht so spektakulär, allerdings ist eine Anpassung, wie wir in vielen anderen Fällen wie der Hypo Real Estate und co, am Ende nur noch Formsache.
Für Deutschland selbst, kann es zu einer Verteuerung bei der Kreditaufnahme kommen, schließlich zählen alle Verbindlichkeiten auf der Sollseite der Bilanz. Als kleinen Bonus, sollen diese Papier dann auch noch über Banken verramscht werden, was die Ausgabe abermals verteuert.
Jetzt noch Zeilen aus der Financial Times, über die EU-Bonds:
Einige Beobachter sehen in erfolgreichen EFSF-Bonds einen möglichen Türöffner für eine neue Klasse von Anleihen, über deren Einführung kontrovers diskutiert wird: gemeinsame Papiere der Euro-Zone. Für einen solchen Schritt könnten sich die Euro-Länder insbesondere dann entscheiden, wenn sich die Krise weiter verschärft und Spanien stark in Bedrängnis gerät, dessen Rettung unter anderem aufgrund seiner Größe problematisch wäre.
[...]
Auch wenn mögliche rechtliche Fragen noch zu klären wären, würden diese Krämer zufolge das Projekt kaum aufhalten. Die Euro-Zonen-Bonds hätten allerdings weitreichende politische Folgen: “Im Ergebnis würde eine gemeinsame Anleihe den Euroraum stabilisieren, allerdings um den Preis, ihn vollends in eine Transferunion zu wandeln”, warnt der Ökonom.[2]
Herr Krämer, der Architekt der Blaupause bringt es auf den Punkt, Transferunion. Die Palliativmedizin die hier durchgeführt wird, verlängert das Leiden der Patienten, mehr nicht. Geordnete Staats-bankrotte müssen durchgeführt werden und das Projekt Euro für gescheitert erklärt.
Die Rechnung für die planlosen Aktionen werden WIR bezahlen meine Damen und Herren. Es bleibt zu hoffen, dass diese Menschen irgendwann erkennen, was sie Ihrem Land und Ahnen angetan haben. Für eine Lösung ist es bereits zu spät, zumindest ohne schwerwiegende Konsequenzen.
Noch ein kurzes Zitat von Thomas Jefferson – 1791
„Sollte das amerikanische Volk privaten Banken erlauben, die Angelegenheiten ihrer Währung zu kontrollieren, erst durch Inflation, dann durch Deflation, werden die Banken und Konzerne die um sie herumwachsen, das Volk um all ihr Eigentum berauben, bis ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Vorfahren einst eroberten.“
Selbiges geschieht im Augenblick, nur auf viel höherem Niveau. Man versprach Ihnen das kein Land für ein Anderes aufkommen müsse. Man versprach Ihnen, der Mastrichtvertrag wäre unantastbar. Man versprach Ihnen vieles, doch nichts was Ihnen versprochen wird ist von Bestand.
Carpe diem
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Programm_zur_Stabilisierung_des_Euros_2010#750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm
[2] http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-das-bond-experiment-der-euro-retter/50201697.html
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26 Responses to EU Bonds : Vorbereitung läuft
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Oh, wie schön ist Panama!
Wer haftet für die neuen Schulden (EU Bonds)?
Der Staatsbürger! Er heißt ja nicht umsonst Bürger, weil er schließlich für die Staatsschulden bürgt.
Zuerst wird es die Regierung mit geringeren Leistungen an seine Bürger und mit Steuererhöhungen probieren, die dann steigende Zinslast auszugleichen, von Schuldentilgung ist hier keine Rede.
http://www.youtube.com/watch?v=zIJiyNnZd_o&feature=related
320 Millionen Bürger im Euroraum bürgen. 16 Länder gehören zu dem Euroraum. Aber welche dieser Länder besitzt noch Bonität und Solvenz?
Die sechs Euro-Sorgenkinder entnehmen sie
bitte aus der Tabelle des Berichtes von Welt Online.
http://www.welt.de/finanzen/article11391646/Finanzminister-Schaeuble-sitzt-in-der-Zinsfalle.html
Wie sieht es mit Frankreich aus?
Laut ASR ist auf der Webseite des französischen Senats zu lesen, daß die französische Regierung um einen Notkredit beim Senat angefragt hat, um die Gehälter der Beamten für den Dezember zahlen zu können. Der Senat genehmigte 1,14 Milliarden Euro am 25.11.2010, sagte der Vorsitzende des Finanzkomitees, Jean Arthuis, und drückte seinen Vorbehalt über diese ungewöhnliche Anfrage aus.
Der Kredit wird benötigt, um die Gehälter der Beamten in acht Ministerien zu zahlen, einschliesslich des Bildungs-, Verteidigungs- und Innenministerium, was etwas mehr als ein Prozent der gesamten Personalkosten ausmacht, sagte Arthuis.
Wie sieht es mit den Niederlanden aus?
http://orf.at/stories/2029011/
Wie sieht es mit Österreich aus?
http://schnittpunkt2012.blogspot.com/2010/12/wer-ist-der-erste.html
Wie sieht es mit Zypern aus?
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat am 16.11.2010 die Kreditwürdigkeit des EU- und Euroland-Mitglieds Zypern von (A+) auf (A) herabgestuft. Dies berichtete die halbamtliche zyprische Nachrichtenagentur CNA. “Es ist eine negative Entwicklung”, sagte der zyprische Finanzminister Harilaos Stavrakis der Nachrichtenagentur.
Als Grund führte S&P die Belastung der zyprischen Banken mit griechischen Staatsanleihen und die erhöhte Aktivität dieser Banken im stark angeschlagenen Griechenland. “Wir haben vorgesorgt und ausreichende Kredite aufgenommen, damit der Steuerzahler nicht belastet wird,” fügte der zyprische Finanzminister hinzu.
Wie sieht es mit Slowenien und der Slowakei aus?
Laut Bundesbank-Chef Weber steht es um die finanzielle Situation der Länder Slowenien und die Slowakei auch nicht gut. “Die Banken dort sind stark in Osteuropa engagiert”, sagt der Banker.
Der slowakische Finanzminister Ivan Miklos erklärte im Parlament zur Hilfe für andere EU-Länder „unangemessene Belastung der Slowakei im Vergleich zum Bruttosozialprodukt der anderen
Mitgliedsländer der Eurozone“.
Den Letzten beißen die Hunde. Und wer sind die letzten Drei? Luxemburg, Finnland und Deutschland
Da kann “Mutti” sich schon mal warm anziehen.