Ölteppich: Verdünnt, verbrannt, verduftet

Wer die Meldungen der Tage liest, könnte den Eindruck gewinnen, man hätte abermals versucht uns für dumm zu verkaufen. Aber wer sollte schon damit rechnen, dass die hunderten Millionen von Barrel Öl, welche liebevoll mit Corexit bestäubt – gut sagen wir ertränkt – wurden, nicht einfach verduften?


Hatte man nicht versucht uns weis zu machen, dass das Öl zu großen Teilen abgeschöpft, verbrannt und von ölfressenden Mikroben beseitigt worden ist?
Ich erinnere mich gut an die Jubelschreie der Presse, dass die Ölpest nun beseitig sei.

Die Professorin Samantha Joye, Meeresbiologin der University of Georgia, stellte nun fest, dass dutzende oder vielleicht auch hunderte von Quadratkilometern mit einer bis zu 5 cm dicken Schicht Ölschlamm bedeckt sind.
Hier möchte ich abermals auf die hohe Toxizität des Ölschlamms hinweisen. In den Proben fanden sich bereits große Mengen an verendeten Kleinsttieren wie Würmer, Shrimps und anderes Getier.

Ich hatte bereits damals, als diese Witzmeldungen herauskamen darauf hingewiesen, dass dieses der wahrscheinlichste Fall sein würde. Offensichtlich braucht man dafür also keinen Doktor, sondern ein Minimum an Menschenverstand.

Meines Erachtens nach, ist der Fall Deepwater Horizon nicht einmal ansatzweise erledigt und die ökologische Katastrophe wird Ihren Lauf nehmen. Aus den Augen, aus dem Sinn ist nicht gleichbedeutend mit nichtmehr gefährlich. Die Ölpest wurde an einen der unerforschtesten Plätze der Welt verbannt, die Tiefsee.

Die Welt schreibt folgendes dazu :

Eine mehr als fünf Zentimeter starke, “flockige“, “durchlässige“ Schicht Öl bedeckt Dutzende, vielleicht Hunderte Quadratkilometer Meeresboden zwischen der Küste Louisianas und der Stelle, wo die “Deepwater Horizon“ sank. Zu diesem Schluss sind Meeresbiologen der University of Georgia gekommen, die seit 21. August auf dem Forschungsschiff “Oceanus“ im Golf von Mexiko kreuzen. Der Ölteppich würde das rätselhafte Verschwinden der über Monate ausgeströmten gewaltigen Menge Erdöls erklären. Ein US-Regierungsbericht hatte ölabsorbierende Mikroben und Verdunstung in der Sommerhitze neben dem Verbrennen und Absaugen verantwortlich gemacht.
[...]
“Ich habe hunderte Sedimentsproben genommen“, erklärte Professorin für Meeresbiologie Samantha Jones von der “Oceanus“ aus über Satellitentelefon dem Radiosender NPR, “und ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen.“ Die Ablagerungen enthielten gerade verendete Shrimps, Würmer und andere Kleinlebewesen. “Es sieht langsam so aus, als hätten wir es mit einer unglaublichen Menge Öl zu tun, und wir haben noch keine Proben direkt an der (verschlossenen) Ölquelle genommen. [1]

Zwei Dinge fallen mir besonders auf: “Rätselhaftes Verschwinden” <—-
Forscher versuchen Furz und Feuerstein zu ergründen, aber wenn über 700 Millionen Barrel einfach so verduften, wird das schon stimmen !

“Es sieht langsam so aus, als hätten wir es mit einer unglaublichen Menge Öl zu tun”<—-
Wenn 700 Millionen Barrel zugegeben werden, ist das nur die Spitze vom Eisberg, die Überraschung ist für mich von daher nicht nachvollziehbar.

Carpe diem

[1] http://www.welt.de/wirtschaft/article9634834/Forscher-finden-dicken-Oelteppich-am-Meeresgrund.html

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27 Responses to Ölteppich: Verdünnt, verbrannt, verduftet

  1. RS sagt:

    @burro
    Ich beziehe mich auf Zeile 5 Ihres Beitrags. Vielen Dank für die Überprüfung meiner Aussage.
    RS

  2. Hans sagt:

    ich glaube dieses posting aus dem telegraph fasst die wirkliche lage am golf ganz gut zusammen:

    zu BP oil spill: relief well ready for ‘final kill’

    kellyannthomas:
    This is not a kill. A simple search will reveal the MMS documents that show that BP has 4 wells at the Macando field. Well A had a problem on Feb 13 (and that’s when the banks started to sell off and short BP). Well B is 7 miles away and is the one that blew up on April 20th. During Hurricane Bonnie, the Gulf was evacuated. At that time, BP moved the ROVs to Wellhead A. A day later, BP announced that they were going to cap the well when just a week before BP said that they did not have the capacity to contain the blowout, that the only hope was the relief wells. By the way, the capping was a stock-boosting bonanza for BP and got them off the hook for all the fines they should be paying for the devastation that continues,

    The Florida loop current is broken. There is some evidence that the oil has reached the Gulf Stream, which might explain snow in August. When this actually breaks down the Gulf stream, Europe will be blanketed by cold temperatures. Some scientists have said that the methane leak is an extinction level event.

    This is not over. BP and the US government know that if the truth is revealed, everything will collapse. They created the problem and now they are sacrificing humanity to keep their money and power.

    siehe auch:
    http://phoenixrisingfromthegulf.wordpress.com/2010/09/12/bp-has-maintained-an-illusion-around-the-blown-macondo-well-that-veil-is-now-being-pierced/

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